
Alohas!
Es ist tatsächlich einige Wochen her, seitdem ich meine Introduction auf meinem eigenen Blog gepostet habe. Und ehrlich gesagt tue ich mir zurzeit ziemlich schwer damit, meinen Gedanken und Gefühlen Raum zu geben. Tagsüber halte ich mich deshalb mit einer ellenlangen To-do-Liste beschäftigt.
Und nachts hält mich genau das wach, wovor ich mich tagsüber gedrückt habe. So drehe ich mich jeden Abend bis vier Uhr morgens grübelnd im Bett hin und her.
Seit dem Hochsommer stecke ich in einer Art Trance voller Selbstkritik. Jeden Tag dreht sich in meinem Kopf nur alles darum, was an mir besser sein könnte. Ich lebe, um irgendwann mein Ideal von mir selbst zu erreichen. Dafür lebe ich momentan. Ich renne diesem Ideal hinterher, in der Hoffnung, mich dadurch endlich ein bisschen ausreichender zu fühlen.
Die letzten Wochen habe ich damit verbracht, hunderte Euro auszugeben, um besser auszusehen: für Klamotten, Schminke, Haare, Schönheitseingriffe und so weiter.
Und obwohl ich mich inzwischen weniger scheue, mich im Spiegel anzuschauen, fühlt sich das nicht echt an. Als würde ich mich selbst nur inszenieren. Komisch. Wie machen das eigentlich die anderen?
Bevor ich näher darauf eingehe, bin ich allerdings ziemlich zwiegespalten. Denn durch Instagram und Co. entsteht bei mir schnell der Eindruck, dass viele Menschen glauben, ihre mediale Präsenz sei durch Meinungsäußerungen unglaublich wichtig für den gesellschaftlichen Mehrwert. Und irgendwo denke ich das wahrscheinlich auch – aber eigentlich ist dem nicht so. Und das fuckt mich vorne und hinten ab.
Da werden Reels und TikToks hochgeladen, in denen Leute ihr Publikum beim Wocheneinkauf mitnehmen oder dabei filmen, wie sie einen Gedanken formen – ohne ihn vorher zu Ende gedacht zu haben. Alles nur, um sich selbst zu vermarkten.
Ich weiß nicht, ob das nur mein persönliches Problem ist, aber ich finde die meisten Menschen inzwischen dermaßen flach. Flach im Charakter, flach im Denken, flach im Sein. Es geht heutzutage scheinbar nur noch um Ästhetik und Konsum. Nichts wird wirklich genossen, sondern nur konsumiert – zu schweinischen Preisen. Dabei bleibt kaum noch Zeit, sich selbst wirklich zu entwickeln. Die wenigsten Menschen interessieren mich ehrlich gesagt. Bin ich deswegen hochnäsig?
Und richtig, ich beurteile nicht nur – ich bin nicht besser. Ich kenne mich selbst noch wenig, aber ich versuche gerade, mir die Zeit und Kraft zu nehmen, um mich mit mir selbst auseinanderzusetzen.
Und ja, ich konsumiere auch. Gerade tue ich viel für mein Aussehen, weil ich fest davon überzeugt bin, dass Auftreten und Schönheit in unserer Gesellschaft einen viel zu hohen Stellenwert haben. Dabei sehen mittlerweile alle gleich aus. Rein optisch findet man dieselbe Person mindestens noch einmal.
Als ich letztes Wochenende meine Mutter besucht habe und ihr von meinem nächsten Vorhaben erzählt habe – mir das und das machen zu lassen –, fragte sie mich: „Bist du wirklich bereit, deine Einzigartigkeit abzugeben, um wie jemand anderes auszusehen?“
Und ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Seelisch bringt mir das rein gar nichts, und dessen bin ich mir bewusst. Aber ich erhoffe mir, mich dadurch irgendwann ausreichender zu fühlen …?
Mein ganzes Leben lang war ich die Komische. Das Mobbingopfer mit den Trödelmarkt-Klamotten. Das Mädchen, das noch nie begehrt wurde.
Und auch wenn mein Leben inzwischen etwas anders aussieht, bin ich immer noch sie: die, die nach Anerkennung und Aufmerksamkeit kämpft.
Die, die gerne gesehen werden möchte. Aber nicht wegen der Klamotten, die ich trage, oder dem Rouge, das ich mir über die Wangen schmiere. Sondern wegen der Person, die ich geworden bin – und der Person, in die ich mich noch entwickeln werde.
Warum fühlt es sich so an, als wäre ich, so wie ich jetzt bin, nicht genug, um liebenswert zu sein?
( Kommentar: Su hier. Für den ersten Eintrag ist der so ziemlich zynisch… Sorry!)
